Anwendung

Holz für Weidezaun und Koppelzaun

Ein Weide- oder Koppelzaun muss Witterung, Zaunspannung und den Belastungen durch Tiere dauerhaft standhalten. Entscheidend sind dabei neben dem eigentlichen Zaunmaterial vor allem geeignete Pfähle, eine standsichere Ausführung und die Abstimmung auf Zaunsystem, Tierart und Gelände.

Koppel mit Tieren hinter einer Holzeinzäunung

Für Holzpfähle im Erdkontakt werden häufig natürlich dauerhafte Hölzer wie Robinie und Eiche eingesetzt. Daneben sind für diesen Einsatz geeignete kesseldruckimprägnierte Nadelholzpfähle eine verbreitete Lösung.

Je nach Zaunaufbau kommen unter anderem Eichenspaltpfähle, Eichen-Rundpfähle, Robinienpfähle geschält oder Nadelholzpfähle zum Einsatz. Welche Variante gewählt wird, richtet sich nach Zaunsystem, gewünschter Optik und den Bedingungen vor Ort. Das vollständige Sortiment steht in der Kategorie Pfähle & Pfosten.

Welche Hölzer werden für Weidezaunpfähle eingesetzt?

Besonders beansprucht wird ein Holzpfahl häufig im Bereich der Erd-Luft-Zone. Dort treffen Feuchtigkeit und Sauerstoff aufeinander – Bedingungen, unter denen holzzerstörende Pilze besonders aktiv sein können.

Robinienholz und insbesondere Eichenkernholz besitzen eine vergleichsweise hohe natürliche Dauerhaftigkeit und werden deshalb traditionell für Pfähle im Außen- und Erdkontakt eingesetzt. Entsprechende Robinienpfähle geschält, Eichenspaltpfähle und Eichen-Rundpfähle führen wir naturbelassen.

Wie aus einem Eichenstamm ein gespaltener Pfahl wird, zeigt der Beitrag So entsteht ein Eichenspaltpfahl.

Bei Nadelholz werden für stärker feuchtebeanspruchte Anwendungen häufig kesseldruckimprägnierte Nadelholzpfähle verwendet.

Für Pferdezäune gelten zusätzliche Anforderungen an Sichtbarkeit, Stabilität und Verletzungssicherheit. Hinweise dazu finden Sie auf unserer Anwendungsseite Pferdezaun.

Spaltpfahl oder Rundpfahl?

Ein Spaltpfahl wird entlang des natürlichen Faserverlaufs des Holzes gespalten. Dadurch entsteht die charakteristische, von Pfahl zu Pfahl unterschiedliche Form. Eichenspaltpfähle sind eine traditionelle Ausführung für Weide- und Koppelzäune.

Bei Rundpfählen muss zwischen unterschiedlichen Herstellungsarten unterschieden werden. Naturgewachsene Eichen-Rundpfähle behalten weitgehend ihre natürliche Rundform, während gefräste Nadelholzpfähle einen gleichmäßigeren runden Querschnitt erhalten.

Welche Ausführung besser passt, hängt von Holzart, Zaunsystem, Verarbeitung und gewünschter Optik ab. Beide Formen vergleicht der Beitrag Spaltpfahl oder Rundpfahl: welche Form eignet sich für welchen Einsatz?

Wie ein Spaltpfahl gemessen wird, erklärt Rückenbreite und Kantenlänge bei Spaltpfählen.

Setztiefe, Pfahlabstände und Eckaussteifung

Für eingeschlagene Holzpfosten werden in der Praxis häufig etwa 50 bis 70 cm Einbindetiefe angesetzt. Der Deutsche Holzschutzverband nennt diesen Bereich abhängig von der Zaunhöhe als Orientierung. Zusätzlich wird bei Weide- und Pferdezäunen häufig die Faustregel verwendet, ungefähr ein Drittel der Pfahllänge im Boden zu verankern.

Verbandsangabe und Faustregel sind Richtwerte und keine pauschalen Planungsvorgaben. Bodenbeschaffenheit, Zaunhöhe, Wind- und Zugbelastung sowie die Funktion des jeweiligen Pfostens können eine größere Einbindetiefe erforderlich machen.

Bei einer gewünschten oberirdischen Zaunhöhe von 1,40 m ergibt beispielsweise ein 2,00-m-Pfahl eine Einbindetiefe von etwa 60 cm und liegt damit innerhalb des häufig genannten Praxisbereichs.

Auch der Pfahlabstand hängt vom Zaunsystem ab. Bei Drahtzäunen werden häufig größere Abstände gewählt als bei starren Holzzäunen mit Riegeln. Eck-, End- und Torpfosten sind stärker belastet und müssen entsprechend dimensioniert und gegebenenfalls zusätzlich abgestützt werden.

Einbautiefe, Abstände und häufige Fehler beim Setzen behandelt der Beitrag Robinienpfähle setzen: Einbautiefe, Abstände und typische Fehler. Welche Pfähle wir dafür führen, steht in der Kategorie Pfähle & Pfosten; Riegel, Bretter und Zaunsäulen stehen in Zäune & Zaunpfähle.

Was ein Weidezaun im Alltag aushalten muss

Auf einen Weide- oder Koppelzaun wirken unterschiedliche Belastungen: Tiere können den Zaun berühren oder dagegen drücken, gespannte Zaunleiter erzeugen Zugkräfte und zusätzlich wirken Wind, Witterung und Bodenbewegungen auf die Anlage. Einen ersten Überblick über Pfahllänge, Abstand und Stückzahl gibt der Weidezaunrechner.

Besonders beansprucht sind Eck-, End- und Torpfosten. Zwischenpfähle führen den Zaun entlang der Strecke, während an Richtungsänderungen und Endpunkten höhere Kräfte aufgenommen werden müssen.

Welches Zaunmaterial geeignet ist, richtet sich nach der gehaltenen Tierart und dem jeweiligen Zaunsystem. Insbesondere bei Pferden bestehen erhöhte Anforderungen an Sichtbarkeit und Verletzungssicherheit. Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer Seite Pferdezaun.

Welche Hölzer in den übrigen Bereichen eingesetzt werden, vom Wildschutzzaun bis zum Gartenzaun, zeigt die Übersicht der Einsatzbereiche.

Wie tief kommt der Pfahl in den Boden?

Das Beispiel zeigt einen 2,00-m-Pfahl bei einer gewünschten Zaunhöhe von 1,40 m. Wie tief ein Pfahl tatsächlich eingebunden wird, hängt von Boden, Zaunsystem und Belastung ab.

Praxisrichtwert: häufig ca. 50–70 cm Einbindetiefe Einbindetiefe abhängig von Boden, Zaunsystem und Belastung.
Abstand abhängig von Zaunsystem, Gelände und Belastung. Zwischenpfähle führen den Zaun – Eck- und Endpfähle nehmen die höheren Zugkräfte auf.

Wie weit stehen die Pfähle auseinander?

Der Abstand richtet sich nach dem Zaunsystem. Bei Drahtzäunen sind größere Abstände üblich als bei starren Holzzäunen mit Riegeln. An Ecken, Enden und Toren wirken die höheren Kräfte.

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