Bei Eichenspaltpfählen und Robinienspaltpfählen begegnen einem häufig unterschiedliche Maßangaben. Der eine Anbieter nennt eine Rückenbreite, der andere eine Kantenlänge. Dazu kommen Rundpfähle, die wiederum nach ihrem Durchmesser sortiert werden.
Warum werden Spaltpfähle anders gemessen?
Alle drei Angaben beschreiben die Stärke eines Pfahls, gemessen wird aber unterschiedlich. Deshalb lassen sich die Werte nicht einfach eins zu eins austauschen.
Ein Spaltpfahl entsteht durch das Teilen eines Stammabschnitts entlang des natürlichen Faserverlaufs. Dadurch erhält er einen natürlich unregelmäßigen, häufig keilartigen Querschnitt und unterscheidet sich von einem gleichmäßig runden oder vierkantig gesägten Pfahl. Beide Formen führen wir in der Kategorie Pfähle & Pfosten.
Je nach Stammdurchmesser und gewünschter Pfahlstärke kann ein Stammabschnitt beispielsweise halbiert, geviertelt oder weiter aufgespalten werden. Wie das in der Produktion aussieht, zeigen wir im Ratgeber So entsteht ein Eichenspaltpfahl: vom Stamm bis auf die Palette.
Genau diese natürliche Form ist der Grund, weshalb bei Spaltpfählen mit Rückenbreite oder Kantenlänge gearbeitet wird und nicht einfach mit einem Durchmesser.
Was ist die Rückenbreite?
Als Rücken wird bei einem Spaltpfahl die äußere Seite bezeichnet, die ursprünglich zur Außenseite des Stammes gehörte. Die Rückenbreite beschreibt entsprechend die Breite dieser Seite.
Bei unseren Eichenspaltpfählen gibt es beispielsweise Sortierungen wie:
- 9 bis 13 cm
- 12 bis 16 cm
- 15 bis 20 cm
Was bedeutet Kantenlänge?
Bei der Kantenlänge werden dagegen die seitlichen Abmessungen des gespaltenen Querschnitts betrachtet.
Vereinfacht gesagt:
- Rückenbreite
Breite der äußeren Stammseite. - Kantenlänge
seitliche Abmessung der Spaltfläche. - Durchmesser
Maß eines annähernd runden Pfahls.
Bei unseren Robinienspaltpfählen ist die Sortierung deshalb nach dem Kantenmaß angegeben, zum Beispiel 8 bis 10 cm oder 10 bis 12 cm. Gemeint ist dieselbe seitliche Abmessung.
Rückenbreite und Kantenlänge sind also nicht dasselbe Maß, erfüllen in der Praxis aber einen ähnlichen Zweck: Sie geben eine Größenordnung für die Stärke des Spaltpfahls an.
So werden Rückenbreite und Kantenlänge gemessen


Beide Aufnahmen zeigen denselben Pfahlstapel. Der Unterschied liegt nicht im Holz, sondern darin, wo der Zollstock angelegt wird.
Kann man Rückenbreite und Kantenlänge umrechnen?
Bei einem echten Spaltpfahl nicht exakt.
Für eine grobe Vorstellung kann man einen vollkommen runden Stamm betrachten, der exakt durch seine Mitte geviertelt wird. Bei diesem idealisierten Viertelstück sind die beiden Kanten gleich lang. Wird zusätzlich angenommen, dass die Rückenbreite als gerade Breite zwischen den beiden äußeren Punkten gemessen wird, ergibt sich mathematisch ungefähr folgende Orientierung:
| Rückenbreite | Kantenlänge beim idealen Viertelstück | flächengleicher Rundpfahl Ø* |
|---|---|---|
| 10 cm | ca. 7 cm | ca. 7 cm |
| 12 cm | ca. 8,5 cm | ca. 8,5 cm |
| 15 cm | ca. 10,5 cm | ca. 10,5 cm |
| 18 cm | ca. 12,5 bis 13 cm | ca. 12,5 bis 13 cm |
| 20 cm | ca. 14 cm | ca. 14 cm |
*Der Rundpfahldurchmesser bezieht sich hier nur auf eine rechnerisch gleiche Querschnittsfläche. Dass die beiden rechten Spalten dieselben Werte zeigen, ist übrigens kein Übertragungsfehler: Ein Viertelkreis mit dem Radius R hat rechnerisch dieselbe Fläche wie ein voller Kreis mit dem Durchmesser R.
Diese Tabelle ist ausdrücklich keine Sortier- oder Umrechnungstabelle für reale Spaltpfähle. Ein tatsächlicher Pfahl kann deutlich davon abweichen. Ein Stamm ist nicht perfekt rund, die Spaltung verläuft naturbedingt und nicht jeder Pfahl entspricht einem exakt geviertelten Stamm.
Kann man einen Spaltpfahl mit einem Rundpfahl vergleichen?
Nur ungefähr.
Ein Rundpfahl mit 10 cm Durchmesser besitzt einen völlig anderen Querschnitt als ein Spaltpfahl mit 10 cm Rückenbreite. Deshalb bedeutet: 10 cm Rückenbreite ≠ 10 cm Rundpfahldurchmesser.
Auch eine rechnerisch ähnliche Querschnittsfläche bedeutet nicht automatisch, dass zwei Pfähle konstruktiv gleichwertig sind.
Für die Bestellung ist deshalb die einfachste Unterscheidung:
- Spaltpfähle
Rückenbreite oder Kantenlänge. - Rundpfähle
Durchmesser.
Wer grundsätzlich wissen möchte, wann welche Pfahlform sinnvoll ist, findet dazu den Ratgeber Spaltpfahl oder Rundpfahl: welche Form eignet sich für welchen Einsatz?.
Warum gibt es überhaupt verschiedene Maßangaben?
Bei naturgespaltenem Holz gibt es keinen kalibrierten Standardquerschnitt. In der Praxis haben sich deshalb unterschiedliche Arten etabliert, die Stärke eines Spaltpfahls zu beschreiben. Ein Teil des Handels arbeitet mit Rückenbreiten, andere Anbieter mit Kantenlängen.
Entscheidend ist deshalb bei einem Vergleich immer die Frage: Wo wurde das angegebene Maß am Pfahl genommen?
Erst wenn das klar ist, lassen sich zwei Angebote sinnvoll miteinander vergleichen.
Kurz zusammengefasst
- Rückenbreite
bezeichnet die Breite der äußeren Stammseite eines Spaltpfahls. - Kantenlänge
bezeichnet die seitliche Abmessung der Spaltfläche. - Durchmesser
wird bei Rundpfählen verwendet.
Rückenbreite und Kantenlänge beschreiben beide die Stärke eines Spaltpfahls, sind aber unterschiedliche Messgrößen. Eine exakte allgemeine Umrechnung gibt es bei natürlich gespaltenem Holz nicht.
Welche Sortierungen wir führen, steht auf den Produktseiten in der Kategorie Pfähle & Pfosten.







