Pfähle & Pfosten · 7 Min. Lesezeit

Robinienpfähle setzen: Einbautiefe, Abstände und typische Fehler

Gesetzter Robinienpfahl in einem Knotengeflechtzaun auf der Weide

Robinienpfähle werden häufig für Weidezäune, Wildschutzzäune sowie im Wein- und Obstbau eingesetzt. Robinienholz ist hart und schwer, das Kernholz besitzt eine hohe natürliche Dauerhaftigkeit. Naturgewachsene Pfähle können außerdem leichte Krümmungen und unterschiedliche Durchmesser aufweisen.

Was ist bei Robinienpfählen besonders?

Beim Setzen sind deshalb nicht nur Holzart und Pfahllänge wichtig. Einbautiefe, Pfahlabstand und Befestigung müssen zum Zaunsystem, Boden und Gelände passen.

Abmessungen und Ausführungen finden Sie auf der Produktseite Robinienpfähle geschält. Alternativ führen wir auch Robinien-Spaltpfähle; beide gehören zur Kategorie Pfähle & Pfosten.

Robinienholz gehört zu den harten und schweren europäischen Nutzhölzern. Bei Schraub- und Nagelverbindungen empfiehlt sich aufgrund der hohen Härte das Vorbohren.

Naturgewachsene Robinienpfähle geschält sind außerdem keine exakt gleichförmigen Industrieprodukte. Form, Durchmesser und Verlauf können von Pfahl zu Pfahl variieren. Diese Unterschiede gehören zur natürlichen Ausführung des Holzes.

Wie tief müssen Robinienpfähle gesetzt werden?

Eine spezielle Einbautiefe nur für Robinienpfähle gibt es nicht. Als grober Richtwert werden bei Holzpfosten je nach Zaunhöhe häufig etwa 50 bis 70 cm Einbautiefe angesetzt. Entsprechende Richtwerte nennt auch der Deutsche Holzschutzverband – Pfosten und Zäune montieren.

Eine weitere verbreitete Faustregel besagt, dass ungefähr ein Drittel der gesamten Pfahllänge im Boden stehen sollte. Diese Faustregel findet sich beispielsweise auch in den Empfehlungen zur tiergerechten Pferdehaltung des Ministeriums Rheinland-Pfalz – Empfehlungen zur Pferdehaltung.

Diese Werte sind jedoch keine festen Vorgaben. Die tatsächlich notwendige Einbautiefe richtet sich unter anderem nach:

  • oberirdischer Zaunhöhe
  • Bodenbeschaffenheit
  • Zaunart und Verwendungszweck
  • Belastung
  • Funktion des Pfostens
  • örtlichen Witterungs- und Standortbedingungen

Ein Eck- oder Endpfosten eines gespannten Zaunes wird beispielsweise anders beansprucht als ein normaler Zwischenpfahl. In lockerem oder wenig tragfähigem Boden kann ebenfalls eine größere Verankerung erforderlich sein.

50 bis 70 cm beziehungsweise rund ein Drittel der Pfahllänge sind deshalb lediglich Faustregeln für die erste Planung und keine pauschale Einbauvorgabe.

Die hohe natürliche Dauerhaftigkeit von Robinienkernholz bedeutet deshalb nicht, dass ein Robinienpfahl weniger tief gesetzt werden kann.

Weitere Richtwerte zu konkreten Anwendungen finden Sie unter Weidezaun & Koppelzaun, Wildschutzzaun und Weinberg & Obstbau.

Welcher Pfahlabstand ist richtig?

Auch der Pfahlabstand wird nicht von der Holzart allein bestimmt.

Ein Draht- oder Litzenzaun benötigt andere Abstände als ein Zaun mit Holzriegeln. Bei Wildschutzzäunen spielen Geflecht und Gelände eine Rolle, im Weinbau wiederum das jeweilige Drahtrahmensystem.

Deshalb gibt es keinen allgemeinen „Robinienpfahl Abstand“, der für jede Anwendung passt.

Für Weide- und Koppelzäune können Sie unseren Weidezaun-Rechner zur ersten Mengenermittlung nutzen. Der Rechner dient als Orientierung und ersetzt keine projektbezogene Planung.

Robinienpfähle gespitzt oder stumpf?

Robinienpfähle können je nach Ausführung gespitzt oder stumpf geliefert werden.

Eine Spitze erleichtert das Einbringen des Pfahls in geeignete Böden. Welche Setztechnik sinnvoll ist, hängt jedoch vom Untergrund und von der Pfahldimension ab.

Bei größeren Pfählen oder längeren Zaunstrecken werden Robinienpfähle häufig mit geeigneter Technik in den Boden gerammt. Dabei sollte der Pfahl kontrolliert ausgerichtet und der Kopf vor unnötigen Beschädigungen geschützt werden.

Im folgenden Video ist beispielhaft zu sehen, wie ein Robinienpfahl maschinell in den Boden gerammt wird.

Ein Robinienpfahl wird maschinell in den Boden gerammt

Bei naturgewachsenen Pfählen empfiehlt es sich außerdem, die Ware vor dem Setzen kurz entlang der Zaunlinie zu sortieren. Leicht gekrümmte Pfähle können so ausgerichtet werden, dass die Zaunlinie optisch ruhiger wirkt.

Mehr zu den unterschiedlichen Pfahlformen finden Sie im Ratgeber Spaltpfahl oder Rundpfahl: Welche Form eignet sich für welchen Einsatz?.

Vorbohren und Befestigen

Robinienholz ist sehr hart. Beim Verschrauben oder Nageln ist Vorbohren deshalb sinnvoll. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft weist darauf hin, dass Schraub- und Nagelverbindungen in Robinienholz aufgrund der hohen Härte vorgebohrt werden sollten. Weitere Angaben zu Härte, Verarbeitung und Eigenschaften finden Sie bei der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft – Das Holz der Robinie.

Welcher Bohrdurchmesser und welches Verbindungsmittel verwendet werden, hängt von Schraube, Beschlag und Konstruktion ab. Pauschale Angaben sind hier nicht sinnvoll.

Für Draht, Riegel oder andere Befestigungen sollte deshalb immer das jeweilige Zaunsystem berücksichtigt werden.

Robinie im Erdkontakt

Das Kernholz der Robinie wird nach DIN EN 350 der Dauerhaftigkeitsklasse 1–2 zugeordnet und besitzt damit eine hohe natürliche Dauerhaftigkeit.

Diese hohe natürliche Dauerhaftigkeit ermöglicht auch den Einsatz von Robinienholz im direkten Erd- und Wasserkontakt.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Kern- und Splintholz: Die hohe Dauerhaftigkeit bezieht sich auf das Kernholz und sollte nicht pauschal auf sämtliche Holzanteile übertragen werden.

Auch innerhalb des Kernholzes können Unterschiede bestehen. Insbesondere juveniles, marknahes Holz kann eine geringere natürliche Dauerhaftigkeit aufweisen als adultes Kernholz.

Typische Fehler beim Setzen von Robinienpfählen

  • Zu geringe Einbautiefe
    Die Dauerhaftigkeit des Holzes ersetzt keine ausreichende Verankerung.
  • Pauschale Pfahlabstände übernehmen
    Der Abstand muss zum jeweiligen Zaunsystem passen.
  • Naturgewachsene Form ignorieren
    Leichte Krümmungen sollten beim Ausrichten der Zaunlinie berücksichtigt werden.
  • Ohne Vorbohren verschrauben
    Die hohe Härte der Robinie kann die Montage erschweren.
  • Naturpfähle wie exakt gleichförmige Pfähle behandeln
    Geschälte Robinienpfähle können sich in Durchmesser, Form und Verlauf unterscheiden.

Pfähle in anderen Holzarten und Ausführungen stehen in der Kategorie Pfähle & Pfosten.

Passendes Material

Passende Produkte

Gut zu wissen

Kurz beantwortet

Müssen Robinienpfähle imprägniert werden?

Robinienkernholz besitzt eine hohe natürliche Dauerhaftigkeit. Diese Eigenschaft bezieht sich jedoch auf das Kernholz und nicht automatisch auf vorhandenes Splintholz.

Sind krumme Robinienpfähle ein Mangel?

Leichte Krümmungen und Unterschiede im Verlauf sind bei naturgewachsenen Robinienpfählen normal. Welche Abweichungen innerhalb eines Produktes zulässig sind, hängt von der jeweiligen Sortierung ab.

Kann ich für jeden Zaun denselben Pfahlabstand verwenden?

Nein. Pfahlabstände hängen von Zaunart, Gelände, Konstruktion und Belastung ab. Weitere Hinweise finden Sie auf den Anwendungsseiten Weidezaun & Koppelzaun, Wildschutzzaun und Weinberg & Obstbau.

Wie finde ich die richtige Pfahllänge?

Die benötigte Länge ergibt sich aus der gewünschten sichtbaren Höhe plus der erforderlichen Einbindetiefe. Die verfügbaren Abmessungen finden Sie auf der Produktseite Robinienpfähle geschält.

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